Erleben Sie mit Urlaubsprofi Boris den Zauber der Hauptstadt des Oman

Zu einem ganz besonderen Jubiläum suchte ich nach einer passenden Destination, um dort vier schöne Tage mit meiner Frau zu verbringen. Nach anfänglicher Planung einer weiteren Städtereise schwenkte ich doch noch auf ein etwas entfernteres Ziel um, da wir den Winter im Grunde nicht besonders mögen und uns wärmere Gefilde immer willkommen sind.

Aufgrund vieler Kundenempfehlungen im Laufe der letzten Jahre kam mir der Oman in den Sinn. Man mag jetzt denken: Für 4 Tage in den Oman? Zugegebenermaßen: Er ist nicht gerade ums Eck und Direktflüge ab Wien gibt es nur wenige im Programm. Doch dank der Flugverbindung mit Emirates via Dubai ist man in weniger als 9 Stunden in Muscat. Somit war es beschlossene Sache – und wir schon gespannt, was uns dort erwarten würde.

Wir verlassen also Mittwoch abends Wien und erreichen am darauffolgenden Vormittag das sonnige Muscat, die Hauptstadt des Oman. Vor Ort angekommen können wir das Visum direkt am Flughafen beantragen und erhalten es auch sofort. Hier erleben wir auch gleich die erste Überraschung: Anstelle des für uns ausreichenden 10-Tage Visums um € 20,- erwerben wir versehentlich ein Monatsvisum um satte € 55,-. Nun ja… hinterher ist man immer schlauer ?

Die Einreise geht jedoch unproblematisch von statten und wir begeben uns zum Mietwagenverleih am Flughafen. Ich – ein absoluter Autonarr – habe uns ein besonders großes Auto bestellt und freue mich, dass ich sogar den ersehnten Fahrzeugtyp erhalte: einen Toyota Landcruiser V8. Dieses Auto wollte ich immer schon mal fahren. Es ist auch das erste Mietfahrzeug, das ich selbst bei meiner Größe von 1,93 Metern nicht überblicken kann. Meine Frau, auch nicht gerade klein, gelangt nur dank Einstiegsleiste und mit Hilfe der extra dafür verbauten Handgriffe in der A-Säule auf den Beifahrersitz. Als ich einem Freund ein Foto vom Fahrzeug sende, schreibt er mir prompt zurück, warum ich denn einen Schulbus gemietet hätte ?

Bei sehr schönem Wetter begeben wir uns auf die Fahrt ins Hotel, gebucht haben wir das Crowne Plaza Muscat, in direkter Strandlage und recht zentral gelegen. Der Verkehr ist unproblematisch, die Straßen breit und die Autofahrer sehr diszipliniert. Auf dem Weg fahren wir an der wunderschönen Sultan Qaboos Moschee vorbei. Sultan Qabus ibn Said, 78 Jahre alt, herrscht über den Oman seit 1970 und hat sein damals noch rückständiges Land zu einem heute nicht nur ansehnlichen, sondern in vielen Bereichen weit entwickelten Staat gemacht. Er ist bei seinem Volk sehr hoch angesehen. Der Oman ist deshalb ein unbedenkliches Reiseziel, die Sicherheitsstufe vergleichbar mit der von Österreich oder der Schweiz. Den Menschen geht es gut und sie sind sehr gastfreundlich, wie wir in weiterer Folge noch sehr oft erleben werden. Ebenso sind die Einheimischen recht neugierig und fragen gerne woher man denn komme. Es wirkt als wären sie sehr stolz, wenn man ihre Sehenswürdigkeiten besucht. Und das absolut zurecht.

Im Hotel angekommen, erhalten wir gleich unser gebuchtes Zimmer. Ich habe ein Zimmer mit Terrasse und Meerblick gebucht, wo auch der Sonnenuntergang sehr schön anzusehen ist. Die Hotelanlage wirkt sehr gepflegt, das Personal freundlich und stets bemüht. Nach einem kleinen Imbiss an der Poolbar verweilen wir erst einmal ein paar Stunden im Hotel. Da wir am Vortag quasi direkt vom Büro zum Flughafen gefahren sind, sind wir entsprechend müde.

Abends begeben wir uns dann in die etwa 15 Autominuten entfernte Altstadt von Muscat. Wir besichtigen (von außen) den nicht zugänglichen Al-Alam Palast von Sultan Qabus. Sowohl der Palast als auch der Vorplatz, wo wir uns befinden, sind sehr beeindruckend und teils mit Marmor gepflastert. Uns fällt auf, dass die örtlichen Straßen, Gehsteige, Parks, Märkte, etc. allesamt blitzblank sauber gehalten werden. Es wird insgesamt viel Wert auf Reinlichkeit gelegt –  bei Verschmutzung drohen hohe Strafen.

Bereits während des abendlichen Sightseeings plagt uns der Hunger und wir sind schon voll Vorfreude auf das Abendessen. Meine Frau hat ein Restaurant ausgesucht, in dem wir vorab einen Tisch reserviert haben – eine kluge Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. Das Lokal ist komplett voll. Ich war schon von der Speisekarte auf der Homepage des Restaurants beeindruckt. Wir bekommen einen netten Tisch im Gastgarten des Kargeen Restaurants. Die Location passt sehr gut zu unserem Jubiläum und wir genießen den restlichen Abend bei ausgezeichnetem Essen in gemütlicher Atmosphäre.

Für Freitag haben wir einen Ausflug ins Landesinnere geplant, nach Nizwa. Die Oasenstadt liegt am Südrand des Hadschar-Gebirges ca. 180 Kilometer von Muscat entfernt. Per Autobahn geht es durch die Wüste und Gebirgslandschaft, vorbei an zahlreichen Palmenplantagen. Mittlerweile hat meine Frau das Steuer übernommen und ist von unserem Landcruiser hellauf begeistert, was mir die Zeit gibt, die Landschaft zu genießen. Auf einer Autobahn-Raststation erlebe ich einmal mehr die Gastfreundlichkeit der Omanis: Als ich mich im Tankstellenshop in die Reihe an der Kasse stelle, wollen mich die vor mir Stehenden gleich nach vorne bitten, was ich dankend ablehne. Übrigens: Ein fließender englischer Wortschatz gehört offensichtlich zu der guten Schulbildung des Oman. Selbst der Tankstellenpächter am Land beherrscht die Sprache perfekt.

Weiter geht es nun in Richtung Nizwa. Auf der Strecke dorthin halten wir zwischenzeitlich in Birkat Al Mouz, wo es eine Ruinenstadt in Lehmbauweise zu besichtigen gibt. Rund um die Stadt ist nur Wüste und Gestein zu finden.

In einem tiefen Tal in den Bergen sammelt sich jedoch Wasser und lässt auf diesem Fleckchen Erde einen riesigen Dattelhain gedeihen. Wir wandern die Ruine hinauf und genießen von weit oben den Blick über diese Oase mitten im Nichts.

In Nizwa angekommen, parken wir am Vorplatz des Souq, wo jeden Freitag der große Viehmarkt stattfindet. Diesen erleben wir aufgrund der längeren Anreise von Muscat aus leider nicht mehr, da mittags bereits alles vorbei ist. Wir spazieren also gleich weiter in die Stadt, wo Gemüse, Fisch, Töpferwaren, Schmuck und Souvenirs angeboten werden. 

Gleich nebenan befindet sich das im 17. Jahrhundert erbaute Fort von Nizwa. Beim Bezahlen des Eintrittspreises werden uns auch gleich Datteln angeboten. Man betritt den Innenhof des Forts, von dem man über Treppen auf eine Art Balustrade gelangt. Von dort hat man einen Überblick über die Oase und die Kuppel der großen Moschee. Eine Vielzahl von Treppen verbinden eine kaum überschaubare Anzahl von Ebenen und unterschiedlichen Räumen. Wir verbringen gut 1,5 Stunden im Fort bevor es zurück nach Muscat geht. Auf der Rückfahrt – nun bin ich wieder am Steuer – begeistert mich die gut ausgeleuchtete Autobahn bei Dunkelheit. Auf der gefahrenen Distanz von 180 Kilometern stehen alle 100 Meter Leuchtkörper, welche die Fahrsicherheit stark erhöhen. Ebenso vorhanden, und auch nicht in zu großem Abstand voneinander, fix aufgestellte Radargeräte, die allesamt scharf gestellt sind. Bei der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 120km/h fängt unser Mietwagen zum Piepsen an, um uns daran zu erinnern, nicht schneller zu werden. Verkehrsstrafen werden sehr streng geahndet und sind empfindlich hoch angesetzt, sodass sich die Mehrheit der Autofahrer an die Beschränkungen hält. Zugegeben: Es fällt mir mit einem V8 Motor schon etwas schwer. Aber wir cruisen einfach bequem dahin und freuen uns, einmal mehr auf das Kargeen Restaurant, wo wir am Vorabend schon für die nächsten Tage reserviert hatten. Ganz unter dem Motto „Never change a winning team!“.

Nach dem Abendessen genieße ich die Fahrt entlang der Küstenstraße zum Hotel, denn dort findet Donnerstag- und Freitagabend immer ein Autokorso statt. Sehr schöne, sportliche und bei uns seltene Autotypen fahren spät abends auf und ab, Familien kommen mit ihren Campingsesseln oder gar Teppichen, picknicken und beobachten die Fahrzeuge. Ein Mekka für mich und so schließe ich mich bis zum Hotel gerne dem Korso an und weiß gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll.

Den Samstag beginnen wir mit der Fahrt zur Sultan Qabus Moschee. Sicherlich ein Highlight auf unserer Reise. Meine Frau bindet sich ein Kopftuch um, unsere Schultern und Knie sind ebenso bedeckt und so sind wir herzlich willkommen, die Moschee zu besichtigen. Wir gelangen anfangs durch den wunderschönen Garten zum Gebetsraum der Frauen. Das Bauwerk ist sehr sehenswert und beeindruckend. Im größeren Gebetsraum der Männer befindet sich der große Kristall-Luster von Swarovski. Er wiegt stolze 8 Tonnen und seine 1.122 Lampen werden täglich (!!) gereinigt.

Von der Moschee aus geht es zum Hafen von Muscat. Dort befindet sich auch der Souq von Matrah. Er ist der größte und älteste Bazar des Oman und gilt als einer der schönsten arabischen Märkte in den Golfstaaten. Seit Jahrhunderten diente er als Umschlagplatz für Handelswaren, die von Indien, China, Europa und anderen Teilen des Nahen Ostens über den Hafen von Muscat eingeführt wurden. Der Souq ist auch heute noch ein quirliger Markt, auf dem Obst, Gemüse, Kräuter und Gewürze sowie traditionelle Stoffe, Kleidung, Schmuck, Parfüm und Duftstoffe, Pfeifen, Töpferwaren und Kunsthandwerk gehandelt werden. Wir decken uns dort mit Weihrauch ein und sind schon gespannt, was unsere Nachbarn im Sommer auf der Terrasse davon halten werden ?

Die zweite Hälfte des Samstags verbringen wir an unserem Hotelstrand, denn es hat mittlerweile über 30 Grad. Ein paar Stunden faulenzen gehören auch bei einem Kurztrip dazu.

Abends folgt dann der letzte Besuch im Kargeen Restaurant, wo man sich mittlerweile schon freut, uns wieder zu sehen und uns herzlich willkommen heißt.

Unser Fazit

  • Man ist Gast in einem fremden Land mit islamischer Prägung. Jedoch zeigt sich uns der Islam im Oman recht moderat, wie ich auch schon von vielen unserer Kunden gehört habe. So haben wir auch viele Touristinnen in Reisegruppen gesehen, die ohne männliche Begleitung durch das Land reisen. Auch meine Frau ging allein durch den Souq spazieren, nachdem sie nach zwei gemeinsamen Runden auch noch einen dritten Anlauf startete.
  • Zu keiner Tages und Nachtzeit fühlten wir uns irgendwie unsicher, ganz im Gegenteil.
  • Dass einheimische Frauen im Hijab oder Tschador auftreten, gehört genauso zur traditionellen Kultur des Landes wie bei Männern das Tragen des sogenannten Dishdasha. Ebenso tragen alle Männer eine Kopfbedeckung in Form einer runden Kappe, genannt Kumma oder ein Kaschmirtuch, den Massar, das um die Kumma gewickelt wird.
  • Der Muezzin ruft täglich fünfmal seine muslimische Gemeinde zum Gebet, ähnlich wie bei uns die Kirchenglocken dazu aufrufen, sich in das nächste Gotteshaus zu begeben.
  • Das Wochenende beginnt am Freitag zu Mittag und endet Samstagabend. Sonntag ist im Oman Wochenbeginn.

In den drei Tagen, die wir im Oman verbracht haben, war alles sehr aufregend und neu für uns. Wir verabschieden uns mit der Gewissheit, auf jeden Fall noch einmal hierher zurück zu kommen um dann auch den Süden des Landes rund um Salala kennen zu lernen.

Wenn Sie meine Reise und Bilder inspiriert haben auch einmal den Oman bereisen zu wollen, würde ich mich sehr freuen, Sie bei Ihrer Reiseplanung ein kleines Stückchen des Weges begleiten zu dürfen.

Ich freue mich, von Ihnen zu hören!