Entdecken Sie die ewige Stadt an der Seite von Urlaubsprofi Julia

In meiner Kindheit bestand Italien für mich im Wesentlichen aus zwei Teilen: Südtirol und Bibione. Eine Armada von Plastikliegestühlen, Instant-Pasta vom Buffet und in die Jahre gekommene Hotelbunker. Mehr gab es hier – mit kindlichem Auge betrachtet – nicht zu entdecken.

Viele Jahre stand Italien aus eben diesem Grund weiter unten auf meiner Reise-Prioritätenliste – ein sehr großer Fehler, wie sich die letzten Jahre herausstellte.

Nach meiner Reise durch die Toskana im letzten Jahr, steht dieses Jahr ein ausgedehnter Aufenthalt in der „ewigen Stadt“ auf dem Programm. Ich freue mich sehr, zumal schon der schon im Vorhinein genau studierte Reiseführer einiges an Highlights verspricht.

Die Erwartungen sind sehr groß und werden – wie erwartet – nicht enttäuscht. Zu allererst jedoch einmal ein guter Tipp:Lassen Sie die High Heels zu Hause, mit bequemen Wanderschuhen sind sie bestens beraten.

Tag 1 – Die Anreise

Nach einem kurzen und sehr angenehmen Eurowings-Flug von einer Stunde vierzig kommen wir zu sehr früher Stunde in Rom an. Ursprünglich war der Nachmittagsflug gebucht, jedoch kann eine Flugzeitenänderung jeden treffen und die Pläne schon mal ein wenig durcheinander bringen.

So starten wir um kurz nach 8 Uhr mit dem Leonardo Express Zug direkt nach Roma Termini – eine Fahrt für die man ca. 50 Minuten einplanen sollte.

Dort angekommen nehmen wir den Bus bis nahezu direkt vor unser Hotel. Eins vorab: Das Bussystem in Rom ist etwas für „Erfahrene“. Da ich in Begleitung eines langjährigen Rom-Experten reise, ist dieses Unterfangen aber kein Problem. Mittels Handy-App kann man bei den meisten Verbindungen auch erkennen, wann die Busse ungefähr in der gewünschten Station eintreffen sollten. Dadurch könne längere Wartezeiten vermieden werden. Wir entscheiden uns für eine Wochenkarte, die alle öffentlichen Verkehrsmittel einschließt: Inklusive der Kosten für den Leonardo Express kommen wir auf EUR 60,-. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, einen Privattransfer ab Flughafen Termini zu buchen. Dieser schlägt allerdings mit EUR 120,- zu Buche.

Da wir erst nachmittags unser Zimmer beziehen können, lassen wir die Koffer im Hotel und begeben uns auf unseren ersten Spaziergang durch die Innenstadt. Für mich immer schon faszinierend an Italien: die enge Bauweise der Gassen und Wege durch die Stadt. Und wenig später steht man schon vor dem größten und wohl schönsten Brunnen der Stadt: der Fontana di Trevi. Mit ein bisschen Glück ziehen die dort anzutreffenden Busgruppen rasch weiter, sodass die Chance auf ein Foto ohne Menschentrauben besteht.

 

Ganz in der Nähe des Trevi Brunnens finden Sie übrigens ein Eisgeschäft, das dem Namen nach 150 Eissorten verkauft. Zugegeben, gezählt habe ich sie nicht. Mich haben schon die mindestens 15 verschiedenen Schokoladenvariationen überzeugt – unsere erste römische Mahlzeit.

Gestärkt geht es weiter zum Pantheon, einem zur Kirche umfunktionierten wunderschönen, antiken Tempel. Dieser beherbergt auch die Grabmäler der ersten beiden italienischen Könige, Viktor Emanuel II. und Umberto I.

Nun ist es aber an der Zeit, den verpassten Schlaf nachzuholen. In unserem Hotel – der Villa Pinciana – nehmen wir uns einige Stunden Auszeit. Bis auf ein herrlich authentisches Abendessen im Restaurant La Villetta, einem sehr originellen Restaurant mit typisch römischen Gerichten, stehen heute keine weiteren Programmpunkte auf der To Do-Liste.

Tag 2 – Die Tiber-Insel und Trastevere

Das wirklich fantastische Wetter mit Sonnenschein und einer leichten Brise lockt uns relativ früh aus den Federn. Zu Fuß begeben wir uns in Richtung Tiber-Insel, ein sehr kleines Eiland mitten im Fluss. Tatsächlich ist die Tiber-Insel aber unglaublich wichtig für die Entstehungsgeschichte Roms: Da sie die Überquerung des Flusses erleichtert, war es möglich, an dieser Stelle die Straßen weiterzuführen, die die nördliche mit der südlichen Küste verbanden. Dadurch wurde die Insel zu einem strategisch wichtigen Punkt.

Über eine Brücke gelangen wir von dort ins Viertel Trastevere, was übersetzt „jenseits des Tibers“ bedeutet. Hier spürt man noch das antike Flair der Stadt und schlendert durch enge Gassen vorbei an alten Wohngebäuden. Ein besonderer Touristenmagnet ist die älteste Marienkirche RomsSanta Maria in Trastevere. Hier verweilen wir kurz, bevor es uns zum wohl berühmtesten Flohmarkt der Stadt an der Porta Portese verschlägt: Jeden Sonntag vormittags kann man hier teilweise klassischen „Kirtags“-Klimbim, aber auch wirklich interessante Antiquitäten erwerben. Man muss jedoch in Kauf nehmen, zwischen einer Horde von Einheimischen und Touristen von Stand zu Stand geschoben zu werden. Mir persönlich wird der Trubel schnell zu viel und wir nehmen eine Abkürzung zurück ins Zentrum Trasteveres.

Gut und günstig isst man beispielsweise bei Carlo Menta – weniger authentisch und optisch eher klassisches Touristenlokal – aber: Für einen kleinen Mittagssnack zwischendurch absolut ausreichend.

Meine Empfehlung: Nehmen Sie sich in der Gegend ein wenig mehr Zeit, denn es gibt eine Vielzahl an winzigen Geschäften, die dazu einladen, nach schönen Mitbringseln zu stöbern. Abends ist hier die Jugend unterwegs, denn man kann gemütlich von einer Bar zur nächsten wandern. Probieren Sie zum Dinner auch einmal die für Rom typische Pasta Caccio e Pepe – KäseliebhaberInnen werden es nicht bereuen! Und dieses Gericht passt ebenso perfekt zu einem guten Tröpfchen Rotwein.

Über die Piazza Navona mit ihren kunstvoll gestalteten Brunnen spazieren wir zurück ins Hotel und freuen uns auf den nächsten Tag.

Tag 3 – Es wird hügelig

 

Heute erwartet uns ein dichtgedrängtes Programm – die Füße sind aber ausgeruht und die Motivation ist groß. Wir beginnen am Vittoriano, einem Prunkbau zu Ehren des römischen Königs Vittorio Emanuele. Für mich das wohl edelste Bauwerk der Stadt. Im Inneren befindet sich eine kleine Ausstellung über die Geschichte des Königs, wirklich sehenswert ist außerdem die Aussicht von ganz oben. Auch die Möwen sind auf den Geschmack gekommen und bieten sich als Fotomotive an.

 

Gleich dahinter finden Sie das das Kapitol – der erste Hügel, den wir am heutigen Tag besuchen werden – mit der berühmten Reiterstatue Marc Aurels und dem Senatorenpalast, in dem das Rathaus untergebracht ist. Wir legen auf dem vom Michelangelo gestalteten Kapitolsplatz eine kurze Verschnaufpause ein, ehe es weiter in Richtung Forum Romanum geht, das wir heute aber nur von oben betrachten.

In der strahlenden Mittagssonne marschieren wir den südlichsten Hügel Roms hinauf, den Aventin. Dieser Hügel spielt in der römischen Mythologie eine tragende Rolle: Der menschenmordende, feuerspeiende Riese Cacus hauste laut Vergil in einer Höhle am Aventin und wurde von Hercules erschlagen, weil er diesem einen Teil der Rinderherde des Geryon gestohlen hatte. Auch die Gründungslegende der Stadt spielt sich teilweise hier ab. Ich erinnere mich gerne an den Aufstieg vorbei an duftenden Rosen in allen Farben des Regenbogens. Oben angekommen begrüßt uns ein herrlicher Orangengarten (Giardino degli Naranci) mit Blick über die ganze Stadt und natürlich die Hauptattraktion, die Basilika Santa Sabina.

Geheimtipp: Gleich neben der Basilika auf der gegenüberliegenden Straßenseite finden Sie eine grüne Holztüre mit einem kleinen runden Loch. Riskieren Sie einen Blick, Sie werden es nicht bereuen. Nur soviel sei gesagt: Es weckt die Neugierde der PassantInnen und recht rasch bildet sich eine Warteschlange mit verwunderten Gesichtern.

Beim Abstieg vom Aventin spazieren wir noch über den Circo Massimo, von dem heutzutage nicht mehr allzuviel erkennbar ist. Die Senke zwischen Aventin und Palatin wurde früher für verschiedene Wettkämpfe wie Wagenrennen oder Gladiatorenkämpfe genutzt. Caesar lies diesen erweitern und erbaute einen Wassergraben zwischen Tribüne und Arena. Von alldem ist leider nicht mehr viel zu sehen, also ist Vorstellungsvermögen gefragt. Heutzutage wird dieser Ort für Massenveranstaltungen, Konzerte, etc. genutzt. 2006 wurde dort beispielsweise die italienische Nationalmannschaft empfangen, als diese die Fußballweltmeisterschaft gewonnen hatte. Seit 2016 sind am südlichen Rand der Anlage freigelegte Ausgrabungen wie alte Wasserbecken und Essensstände zur Besichtigung geöffnet.

Auch der Boca de la Verita liegt auf unserem Weg. Man erkennt dieses scheibenförmige Relief auch schon ganz gut aus der Ferne – meistens stehen nämlich hunderte Menschen mit Kameras in einer endlos scheinenden Warteschlange, um das klassische Foto mit der eigenen Hand im Mund der Steinfigur zu erhaschen. Ob es sich um einen Teil des Herkulesaltars oder vielleicht doch nur um einen gewöhnlichen Kanaldeckel handelt, ist nicht sicher. Der Sage nach wird dem, der nicht die Wahrheit sagt, die Hand abgebissen. Mir ist die Wartezeit zu lange, daher begnüge ich mich mit dem „handlosen“ Foto – und außerdem spreche ich ohnehin immer nur die Wahrheit! ?

Der letzte Hügel, den wir heute besteigen, ist der Caelius. Dieser war früher ein beliebter Wohnbezirk für die reichere Bevölkerungsschicht. Davon ist heute jedoch nicht mehr viel spürbar. Ein eher naturbelassener Park ganz oben sowie die Kirche Santi Giovanni di Paolo sind mehr oder weniger die einzigen beiden Spots, die es sich anzusehen lohnt. Sollten Sie also weniger Zeit in Rom haben, lassen Sie diesen Programmpunkt einfach weg.

Tag 4 – Zeit für eine Pause

Wer durch die Stadt spaziert, kann die unzähligen, kleinen Boutiquen mit typisch italienischer Mode kaum übersehen. Wenn Sie also vorhaben, in Rom zu shoppen und mit etwas Besonderem im Gepäck nach Hause zu kommen, meiden Sie die großen Einkaufsstraßen der Stadt. Dort sind zwar alle großen Modeketten und Labels aufgereiht, sie finden diese Stücke aber auch in jeder anderen europäischen Metropole.

Wirklich interessant sind die engen kleinen Gässchen im Inneren der Stadt in der Nähe der Piazza Barberini. Nehmen Sie sich aber genug Zeit. Zur anschließenden Erholung eignet sich ein Glas Vino Rosso in einer der wirklich hübsch gestalteten Vinotheken der Stadt. Zum Thema Wein ein kurzes Wort: Der Italiener pflegt zu Pasta und Pizza stets den hauseigenen Tischwein zu bestellen, egal ob mittags oder abends. Er ist relativ günstig und hat sich im italienischen Alltag eingebürgert. Sollten Sie das Gläschen Rotwein jedoch aus purem Genuss bestellen, wählen Sie lieber die teureren Weine auf der Karte. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Insider Tipp für kulinarische Abenteuerlustige: In Rom gibt es zahlreiche kleine Delikatessen-Läden. Kaufen Sie sich doch abends ein Panini mit der berühmten Porchetta (gerollter, kalter Schweinebraten) und ein kühles Getränk und setzen Sie sich in den Park der Villa Borghese. Diese Parkanlage beherbergt eine der bekanntesten und wertvollsten Kunstgalerien weltweit, die wir der Sammeltätigkeit von Kardinal Scipione Borghese verdanken, der auch der Bauherr des Casinos war, in dem die Sammlung untergebracht ist. Es kann – sofern das Wetter mitspielt – ein herrlich ruhiger, entspannter Abend mit tollem Sonnenuntergangsflair werden – und das ganz ohne Wartezeit! Eine Picknickdecke sollte dabei allerdings nicht fehlen.

Tag 5 – Forum Romanum & Kapitol

Was wir vor einigen Tagen nur von oben fotografieren konnten, sehen wir heute im Detail: Das Forum Romanum ist wohl einer der Top-Touristenmagneten der Stadt. Es kann also zu sehr langen Warteschlangen am Eingang kommen. Daher an dieser Stelle ein kleiner Geheimtipp: Es gibt mehrere Kassen, die entlegeneren Eingänge sind weniger frequentiert. Das Ticket gilt automatisch auch für den Besuch des Kolosseums innerhalb der nächsten 48 Stunden – also gut aufbewahren.

Das Forum Romanum war einst der Mittelpunkt des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Lebens der römischen Bevölkerung. Heutzutage ist hier ein wenig kreatives Denken gefragt. Damit ausgestattet ist das Durchwandern des riesigen Areals auch für „Ausgrabungsmuffel“ wie mich ein sehr interessantes Erlebnis. Vor allem in der Dämmerung bekommen die alten Säulen und Mauern ein ganz eigenes Flair. Es ist atemberaubend, wenn man die noch gut erhaltenen Bauteile betrachtet und sich vorstellt, wie riesengroß sie damals gewesen sein müssen.

 

Wir besteigen nun auch den vierten Hügel Roms, den Palatin – Nach der Gründungslegende Roms führten die Brüder Romulus und Remus zur Entscheidung, wer über Rom herrschen sollte, eine Vogelschau durch, Romulus auf dem Palatin, Remus auf dem Aventin. Da Romulus als Sieger ausgerufen wurde, gilt der Palatin zugleich auch als legendärer Gründungsort der Stadt. In der Kaiserzeit lebte hier Kaiser Augustus und seine Gemahlin. Von den Häusern steht nicht mehr allzuviel. Derzeit wird jedoch ein Mosaikboden in einem der Häuser Steinchen für Steinchen wieder aufgebaut. Die Archäologen und Handwerker, die hier in der brütenden Hitze akribisch kleben und pinseln verdienen wirklich jede Hochachtung. Und der Ausblick über Rom ist auch hier absolut Top.

Nächste Station: KapitolHier steht man dank Kombi-Ticket nicht allzu lange beim Security Check. Einmal im Inneren angekommen, erinnere ich mich sofort an diverse Gladiatioren-Filme. Hier sieht man tatsächlich noch die Aufzugsschächte, in denen die Käfige mit wilden Tieren nach oben gezogen wurden, und die Überreste des Balkons, auf dem der Kaiser über das Schicksal der Kämpfer entschied. Das Fluchtwegsystem war damals nahezu auf dem Stand unserer Zeit – schon beeindruckend, wie ausgeklügelt die Römer ihre Bauwerke konstruierten. Einziges Manko: Wenn – wie nahezu immer in der Hauptsaison – viel los ist, wird man im Einbahnsystem durch das Kapitol geschoben. Vor allem geführte Gruppen halten den „Kreisverkehr“ immer wieder auf.

Nachmittags gehen wir weiter über den 65m hohen EsquilinHügel in Richtung Hauptbahnhof Termini. Dieser Hügel ist Wohnsitz des britischen Botschafters und liegt perfekt für eine kurze Pause nach der Kolosseumsbesichtigung und einen Blick auf die Straßenkarte.

Es ist nahezu unmöglich, alle Kirchen und Basiliken in Rom zu besichtigen – und das muss man meiner Meinung auch gar nicht. Wir beschränken uns daher auf die Wichtigsten und so machen wir uns nun auf den Weg zur Laterankirche, wo die gleichnamigen Verträge zwischen Italiens damaligem Ministerpräsidenten Mussolini und dem Heiligen Stuhl abgeschlossen wurden und die sogenannte „römische Frage“ – der offene Konflikt zwischen Kirche und Staat – endete. Als Zeichen der Versöhnung wurde die Via della Conciliazione zwischen Petersplatz und Tiberufer errichtet.

Jetzt ist erst mal Pause im Hotel angesagt. Und die Füße danken es uns. Das trifft sich insofern gut, da abends mein persönliches Highlight der Reise auf dem Programm steht: Während der letzten Tage wurde ich jeden Abend in meiner Meinung bestärkt, dass nahezu alle Bauten um ein Vielfaches imposanter und edler aussehen, wenn sie abends beleuchtet sind. Und das hat man in Rom perfektioniert. Egal, ob Trevi-Brunnen, Pantheon oder Kolosseum – ich habe mich in das nächtliche Rom verliebt.

Und deswegen machen wir uns – zugegeben etwas müde vom Tagesprogramm – auf in Richtung Vatikan. Hier sei ein Detail erwähnt, das mich als tagtäglicher Fahrgast der Wiener U-Bahn doch sehr erheitert hat: Wenn man in Wien in die U-Bahn steigt und bei einer Station wie beispielsweise Museumsquartier aussteigt, ist man auch tatsächlich direkt vor dem Museumsquartier angekommen. Mit dieser Annahme im Hinterkopf steige ich in die römische U-Bahn und fahre bis zur Haltestelle „Lepanto“. Auf dem Plan wird explizit der Vatikan erwähnt. Steigt man jedoch die Stiegen hinauf, ist von Vatikan und Engelsburg aber noch keine Spur. Erst nach circa 15 Minuten Fußmarsch erreicht man die Engelsburg – nicht nur für Fans des Buches/Films „Angels&Demons“ ein absolut imposanter Anblick. Das Gebäude war ursprünglich Mausoleum des Kaisers Hadrian, später wurde es von mehreren Päpsten zur Kastellburg umgebaut, um bei Gefahr Schutz zu bieten. Der Name Engelsburg rührt daher, dass Papst Gregor im Jahre 590 zu Zeiten der Pest genau an dieser Stelle der Erzengel Michael erschienen sein soll. Dieser verkündete ihm das Ende der tödlichen Seuche und steckte dabei das Schwert in die Scheide – ein Symbol für das Ende des göttlichen Zorns. Die Statue des Engels – durch die Beleuchtung dramatisch in Szene gesetzt – thront majestätisch an der Spitze der Engelsburg und zieht nicht nur meine Blicke auf sich. Zusammen mit der nächtlichen Stille und den versiegten Touristenströmen erleben wir eine einzigartige, schaurig-schöne Atmosphäre.

Auch der Petersplatz und die ebenso wunderschön beleuchtete Kuppel des Petersdoms sind menschenleer. Ein Geigenspieler sorgt für die perfekt-melancholische Stimmung und so sitzen wir länger als geplant am Brunnen in der Mitte des Platzes und lassen den Gedanken freien Lauf. Ob religiös oder nicht – diese Erfahrung sollte man einmal gemacht haben. Daher mein Tipp: Kommen sie abends zum Vatikan – sie ersparen sich Stress, Schweiß und Menschenmengen und können die Zeit hier einfach nur genießen.

Und am Heimweg ist eine Tüte feinstes italienisches Gelato auch keine schlechte Idee.

Tag 6 – Ciao Roma

Heute heißt es Abschied nehmen von der ewigen Stadt.

Und zu guter Letzt steht noch der Besuch der Vatikanischen Museen und Gärten am Programm. Ich bin eher ein Museums-Muffel, aber wenn man schon einmal vor den Toren der Sixtinischen Kapelle steht, sollte man sie auch von innen gesehen haben.

Um die Gärten des Vatikans besichtigen zu können, muss man ein Ticket für einen geführten Spaziergang kaufenSie kaufen es am Besten im Voraus, da die Termine schnell ausgebucht sind und nur eine begrenzte Besucheranzahl erlaubt ist.

Die Gruppe wird zu Beginn abgezählt und muss nach Ende der Tour auch wieder vollzählig die Gärten verlassen – ein Verweilen auf den Parkbänken des Areals ist nur mit Sondergenehmigung erlaubt, die man z.B. als Student oder Geistlicher erhält.

Uns reicht aber die knapp 3-stündige Führung durch den riesigen – in verschiedene Themengebiete eingeteilten – Park. Wir wandern durch dichtbewachsene „Wälder“, bunte und duftende Rosengärten, perfekt getrimmte Olivenhaine, vorbei am Kloster, in dem derzeit der ehemalige Papst Benedikt seinen Ruhestand genießt, und passieren die vatikanische Radiostation, den Helikopter-Landeplatz (der vom jetzigen Papst Francisco allerdings nicht genutzt wird) sowie diverse andere Hotspots. Fast überall genießt man ein herrliches Panorama über die Stadt mit uneingeschränktem Blick auf die Domkuppel.

Nach der Gartenführung und einer Stärkung in der Cafeteria sind einige Stunden für die Museen eingeplant. Hier ist es wichtig, sich auf einige Themengebiete zu beschränken, da es für Körper und Geist rasch zu viel werden kann. Ich persönlich stoße hier an meine Grenzen, was Menschenansammlungen angeht. Der Weg zur Sixtinischen Kapelle führt labyrinthartig durch das Museum. Jedoch gibt es für ältere Personen, RollstuhlfahrerInnen, etc. mitunter Abkürzungen, die auch wir von den sehr zuvorkommenden Wachmännern angezeigt bekommen. Und so erlebe ich trotz aufkommender Platzangst noch das berühmte Deckengemälde Michelangelos und den Ort, an dem die Papstwahl – das Konklave – abgehalten wird. Nach einem kurzen Blick in den Dom (wo ob der Menschenmassen jedoch alle Sitzgelegenheiten abmontiert wurden) komme ich auf den Treppen zum Petersplatz wieder zur Ruhe und entscheide mich, doch noch zwei Postkarten am vatikanischen Postamt abzugeben. Eine gute Wahl, denn die restlichen Postkarten, die im Zentrum Roms aufgegeben wurden, haben es auch 5 Wochen nach der Reise noch nicht bis nach Österreich geschafft.

Mit Antonello Venditis Hymne „Ciao Roma“ im Hinterkopf geht es wieder zum Flughafen und zurück nach Hause. Es wird bestimmt nicht der letzte Besuch gewesen sein!

Abschließend kann ich Ihnen eine – durchaus ausgedehntere – Reise nach Rom wärmstens ans Herz legen.

Meine Tipps für Ihre Reise:

  • Packen Sie gute Schuhe ein: Auch wenn Rom die Stadt der Mode ist – Wanderschuhe sind das Um und Auf! Denn nur wenn Sie gut bei Fuß sind und längere Gehzeiten nicht scheuen, können Sie in 6 Tagen den Großteil des Stadtgebiets durchwandern.
  • Verbrauchen Sie Ihre Energie nicht gänzlich am Tag, sondern lassen Sie Reserven für Abendspaziergänge übrig: Rom hat definitiv zwei Gesichter – in welches verlieben Sie sich?
  • Essen muss nicht teuer sein: Picknicken im Grünen ist nicht nur günstig, sondern unvergesslicher als so mancher Restaurantbesuch.

Interessieren Sie sich für eine Städtereise nach Rom? 

Gerne stehen wir Ihnen für die Planung Ihrer Reise zur Verfügung!

Julia Haupt, buchung@satotours.eu