Mit Urlaubsprofi Julia nimmt uns mit auf eine Reise ins Herz der Toskana

Nachdem mich die letze Reise etwas weiter weg – nämlich nach Australien – geführt hat, folge ich diesmal ganz dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah…“

Ich nehme Sie mit auf meinen Roadtrip durch die Toskana und Umbrien. Als kleines i-Tüpfelchen machen wir auch einen kleinen Abstecher über die Grenze in die Region Latium. Dazu aber später.

Von Wien aus sind es in etwa 900km bis zu unserer ersten Station in der Toskana. Da wir bereits Freitag Abend starten, legen wir einen „Stop Over“ in Velden ein. Gut erholt geht es am nächsten Tag weiter Richtung San Gimignano, eine wunderschöne toskanische Kleinstadt mit einem sehenswerten mittelalterlichen Stadtkern. Ursprünglich waren in der Stadt 72 „Geschlechtertürme“ zu finden. Diese wurden von den Adelsfamilien als Statussymbole erbaut – jeder wollte den anderen in der Höhe des Turms übertreffen. Von den 72 stehen heute nur noch 15 Stück. Trotzdem macht die Stadt ihrem Beinamen „Stadt der Türme“ nach wie vor alle Ehre. Ich empfehle Ihnen, etwas außerhalb zu wohnen, da die kleinen, familiär geführten Anlagen inmitten der Weingärten das pure toskanische Lebensgefühl widerspiegeln. Meist ist der Besitzer selbst vor Ort und steht hilfsbereit für Insider-Tipps zur Verfügung. Mein Tipp für Sie: Kaufen Sie sich ein Fläschchen Chianti und genießen Sie diesen nach dem Abendessen noch auf der Terrasse Ihres Zimmers. Sie werden sehen: Beim Anblick der endlosen Weinreben schmeckt er doppelt so gut.

Der nächste Tag beginnt früh, denn es gibt sehr viel zu entdecken. Wir starten in Volterra, etwa 45 Minuten von San Gimignano entfernt. Wie die meisten der toskanischen Städte liegt auch Volterra hoch auf einem Bergrücken. Abgesehen von der unvergleichlichen Landschaft findet man hier das Zentrum der Alabaster-Verarbeitung. Nahezu jedes Geschäft verkauft hier Alabaster in allen Varianten und Formen. Wenn Sie Gefallen daran finden, haben Sie hier im Handumdrehen Ihre Wohnung neu eingerichtet. Heben Sie sich aber noch ein wenig Platz im Auto auf, denn wir sind erst am Anfang unserer Reise. Beim Spaziergang durch den Stadtkern werden wir Zeugen einer echten italienischen Hochzeit.

VOLTERRA entdecken mit SATO Tours

Wir entscheiden uns für ein Mittagessen im Grünen. Besonders beliebt ist in dieser Region die „Porchetta“ – die italienische Version unseres „Schweinebratens“. Ideal als kalter Snack für herrliche Sommertage. Wir setzen uns in den zentral gelegenen kleinen Park, den Parco Archeologico Enrico Fiumi, von wo aus man einen herrlichen Ausblick über die Dächer der Stadt genießt.

PISA entdecken mit SATO Tours

Viel Zeit haben wir jedoch nicht, denn die nächste Station auf unserer heutigen Tour ist Pisa. Viele – nahezu alle Menschen in meinem Umfeld – sehen einen Besuch der Stadt als entbehrlich an. Mit wenig Erwartungen mache ich mich also als auf den Weg. Der erste Eindruck verspricht wenig Sehenswertes. Triste Häuserfasaden, nahezu alle mit Graffitis beschmutzt, nichts in Sicht, was man gesehen haben müsste. Dennoch möchte ich mich mit meinen eigenen Augen überzeugen und folge den Schildern in Richtung „Platz der Wunder“. Und einmal angekommen, muss ich meine Meinung doch korrigieren. So unscheinbar der Rest der Stadt ist, so beeindruckend ist der Anblick des schiefen Turms, der Kathedrale und des – wie für toskanische Städte üblich – gegenüber liegenden Battisteros (Taufkapelle). Überall entlang des Weges sehen wir Touristen, die sich in die klassische „Ich stütze den Turm“-Pose werfen. Ich kann der Versuchung letzten Endes auch nicht widerstehen.

Sollten Sie den schiefen Turm besichtigen wollen, empfehle ich, die Tickets im Voraus zu buchen, da man mit teils sehr langen Kolonnen rechnen muss. Der Ticketpreis liegt bei EUR 18,- und man kann bequem online per Kreditkarte bezahlen. Seit einigen Jahren ist der Turm „stabilisiert“, sodass er für die nächsten Jahrzehnte nicht weiter absinken sollte und somit für Besichtigungen geöffnet bleiben kann.

Da wir nur wenig Zeit für diese Station eingeplant haben und man uns vor Ort mitteilt, dass die Wartezeit für den Aufstieg auf den Turm in etwa 1,5 Stunden beträgt, entscheiden wir uns für ein Ticket für das Battistero di San Giovanni. Der Zutritt zur Kathedrale ist bereits inkludiert.

LUCCA entdecken mit SATO Tours

Nach einer halben Stunde Autofahrt erreichen wir Lucca. Die Stadt sticht im Vergleich zu den vorherigen Städten insofern hervor, als dass die durch 4 Tore unterbrochene Stadtmauer noch nahezu komplett erhalten ist. Wir finden einen Parkplatz direkt vor dem Zugang zur Stadtmitte und stellen uns vor, wie der Graben außerhalb der Mauern im 13. Jahrhundert ausgesehen haben muss, als Lucca noch eine der bedeutendsten Städte Europas war. Auf der Innenseite der Mauern befindet sich eine mit Bäumen gesäumte Promenade, auf der man entlang spazieren und sich die Stadt aus der „Vogelperspektive“ betrachten kann. Die Plätze der Stadt sind ausladender, die Fassaden schroffer und mit weitaus weniger „Prunk“ verziert.  Eine willkommene Abwechslung zu den restlichen – eher prunkvollen – Städten.

Vinci entdecken mit SATO Tours

Nach einer kleinen Verschnaufpause entscheiden wir uns – spät abends – doch noch den  Weg nach Vinci auf uns zu nehmen. Wir fragen uns, ob sich das Unternehmen wohl lohnen wird und starten kurz entschlossen die 1-stündige Fahrt in die Kleinstadt, in der 1452 einer der wegweisendsten Künstler und Wissenschaftler das Licht der Welt erblickte: Leonardo da Vinci. Sein Geburtshaus liegt ca 3km außerhalb im Ortsteil Anchiano, im kleinen Stadtzentrum ist er trotzdem allgegenwärtig. 1987 wurde ihm eine Holzskulptur gewidmet, die an die wohl bekannteste Zeichnung Leonardos – den vitruvianischen Menschen – erinnert. Generell lohnt sich ein kurzer Spaziergang durch das Zentrum ob der zahlreichen blumengesäumten Mauern und des wunderschönen Ausblicks über die toskanische Landschaft in jedem Fall.

Florenz entdecken mit SATO Tours

Ein zweites architektonisches Hightlight – wenn auch für uns nur äußerlich betrachtet – sind ohne Zweifel die Ufficien. Früher waren hier Ministerien untergebracht, heute zählt der Gebäudekomplex zu den wichtigsten und bekanntesten Kunstgalerien der Welt. Da wir nur einen Tag in Florenz verbringen und man für die Besichtigung der Uffizien auch leicht mehrere Tage veranschlagen könnte, belassen wir es bei einigen Fotos von außen und machen uns auf den Weg nach oben, genauer gesagt zum Piazzale Michelangelo. Uns wird rasch klar, weshalb die Rikscha-Fahrer, die sich – aufgrund des oftmals sehr undurchsichtigen Verkehrs todesmutig – durch die ganze Stadt kämpfen, beim Stadttor am Fuße des Spazierweges Halt machen. Der Platz wurde erbaut als Florenz kurzzeitig die Hauptstadt Italiens war. Mittelpunkt ist natürlich die bronzene Davidstatue. Wir erholen uns von dem doch recht anstrengenden „Aufstieg“ (man kann auch mit dem Bus hinauffahren, wenn man nicht gut zu Fuß ist oder auch einfach nur Zeit sparen möchte) und genießen den einzigartigen Ausblick über die Dächer der Stadt.

Danach zieht es uns – als langjährige Fans – in das örtliche Hard Rock Cafe, wo wir neben dem sehr zu empfehlenden Burger gänzlich unerwartet auch in den Genuss kommen, das EM-Eröffnungsspiel der italienischen Nationalmannschaft gegen Belgien zu erleben. Die Stimmung ist sensationell und wir bleiben bis zum Schlusspfiff. Bis auf den kleinen Tisch neben uns, auf dem einige belgische Fußballfans sitzen, jubeln alle Gäste – wir natürlich auch!

Es war ein richtig langer und intensiver Tag – da ruft nach der Rückkehr in unser Hotel nur noch das Bett. Nach einigen Stunden Schlaf heißt es für uns Koffer packen und ab nach Umbrien. Wir verlassen heute also die Toskana und machen uns auf den Weg nach Orvieto, wo wir die nächsten und somit auch letzten 4 Tage unserer Reise verbringen werden. Auf dem Weg machen wir halt in Siena, einem ehemaligen Stadtstaat und heutigen Touristenmagneten. Im Wesentlichen besteht der historische Stadtkern zum größten Teil aus der markanten und einprägsamen Piazza del Campo, einer alten Pferderennstrecke, wo auch heute noch das Palio di Siena ausgetragen wird und natürlich dem örtlichen Dom, der wie bereits gewohnt in den Farben rosa-schwarz-weiß gehalten ist. Hier tummeln sich sehr viele Touristen, daher schlendern wir weiter entlang der sehr engen, steilen Gässchen und entdecken einige sehr schöne Kunstgalerien und winzig kleine Greissler, bei denen man ganz besonders schmackhafte Sandwiches bekommt. Wie aus dem nichts fängt es plötzlich an zu regnen, wir merken das jedoch nur am Geräusch und dem eingezogenen Himmel über uns. Aufgrund der Enge der Gassen und der sehr hohen Wohnhäuser rechts und links bekommt man kaum einen Tropfen ab. Den Regenschirm-Verkäufern entgeht daher leider der ein oder andere schmunzelnde Kunde.

Gut gestärkt geht es nun weiter nach Montepulciano, wo wir der Toskana dann endgültig „Arrivederci“ sagen. Hier ist man definitiv im Mekka des Brunello angelangt, für Weinkenner und -liebhaber also ein absolutes Muss. Wir genießen die Fahrt durch die endlos erscheinenden Weinreben und kommen an einigen nach wie vor familiengeführten Weinbaubetrieben vorbei. In den zahlreichen Vinotheken erhält man die meisten der lokalen Rotwein-Spezialitäten, die sich natürlich auch als Geschenkidee für zuhause Gebliebene eignen. Wir sitzen einige Zeit in einem Bistro am Domplatz und genießen neben den regionalen Schinken- und Käsespezialitäten vor allem die Ruhe. Nach dem eher touristischen Siena hat uns hier die toskanische Gemütlichkeit wieder eingefangen. Wenn Sie auch einmal in dieses idyllische Städtchen kommen, werfen Sie einen Blick in die Kirche in der Altstadt: Mit ein wenig Glück spaziert eine kleine Katzenfamilie an Ihnen vorbei. Bei uns sind es jedenfalls drei kleine Katzenbabys, die uns freudig und noch ein wenig unbeholfen entgegen springen. Für einige Minuten tragen Herz & Hirn eine mittelschwere Diskussion zum Thema „Einpacken oder hier lassen?“ aus – nach einigen Minuten siegt dann aber doch die Vernunft.

Orvieto entdecken mit SATO Tours

Nach etwa 90 Minuten Fahrtzeit erreichen wir unser traumhaft schön gelegenes Resort in Orvieto, eine perfekt gepflegte und liebevoll gestaltete Anlage mit mehreren Steinhäusern mit Blick auf die Stadt, die hoch oben auf einem Felsen thront. Zwei Pools und ein Frühstücksbuffet, das keinerlei Wünsche offen lässt, entschließen wir uns hier einen Tag dem „dolce far niente“ zu widmen. Nach dem  Besichtigungsmarathon der letzten paar Tage eine höchst willkommene Abwechslung. 

Civita entdecken mit SATO TOURS

Von einem Felsen geht es zurück nach Orvieto, dem zweiten Felsen, den wir heute besichtigen werden. Dieser ist von einem Labyrinth aus Gängen, Kellern und Rolltreppen durchzogen. Diese führen vom Parkplatz unterhalb bis ganz nach oben. Auch ein Anblick, den man nicht jeden Tag genießt. Und wenn wir schon von Labyrinthen sprechen, besuchen Sie doch während Ihres Aufenthaltes hier den aus dem 16. Jahrhundert stammenden Brunnen Pozzo di San Patrizio. Der Architekt folgte hier einem äußerst raffinierten Konzept: Es gibt zwei spiralförmig angelegte Wege in Form einer Doppelhelix. Der Grund für diese außergewöhnliche Anordnung war ursprünglich, dass sich die Esel mit ihren Wasserlasten ohne sich zu begegnen hinauf und hinab steigen konnten.

Auch für Mitbringsel aus Orvieto habe ich einen kleinen Insidertipp für Sie: Das ein oder andere Päckchen „Umbricelli“ (dickere, gebogene, spaghettiähnliche Pasta) sollte auf jeden Fall mit nach Hause genommen werden, es zahlt sich definitiv aus! Besonders gut schmeckt diese Pasta in Kombination mit Trüffel-Pesto oder auch frischer Trüffel! Probieren Sie es einfach mal aus, sie werden es bestimmt nicht bereuen!

Nun sind wir schon fast am Ende unserer Reise. Am letzten verbleibenden Tag besuchen wir das 90 Minuten entfernte Assisi. Diese geschichtsträchtige Stadt ist meiner Meinung nach eine der schönsten und interessantesten in der Gegend. Sie ist nicht nur Geburtsort des Hl. Franziskus, sondern zählt seit dem Jahr 2000 auch zum UNESCO Weltkulturerbe. Beim Abstieg in die Katakomben der Basilika San Francesco passiert man Mönche, die die Grabstätte bewachen, der Kerzenschein an den schroffen Steinwänden verleiht dem Abstieg ein ganz besonderes Flair. Auch wenn wir auf unserer Reise zahlreiche Kirchen und Kathedralen von innen gesehen haben – diese hier ist irgendwie anders und definitiv einen Besuch wert.

Wenn Sie Interesse an einer Reise durch die Toskana haben, fragen Sie mich jederzeit gerne nach einem Angebot. Ich würde mich freuen, Ihnen bei der Verwirklichung Ihrer Pläne helfen zu dürfen!

Julia Haupt, buchung@satotours.eu